Ein Resümee aus Lehrersicht

Nun sind wir schon wieder fast eine Woche zurück. Der Alltag hat uns wieder und die Berge sind schon wieder viel zu weit weg. Aber nicht nur für die Schüler (liebevoll SuS genannt), sondern auch für uns Lehrer war die Tour ein einmaliges Erlebnis.
Wohl überlegt pickte sich Frau Zschocke für ihr P-Seminar Stück für Stück ein Lehrer-Team zusammen, von dem sie überzeugt war. Die durchdachte Zusammensetzung bestätigte sich spätestens an Tag 2 welcher ausreichend Streit- und Konfliktpotential geliefert hätte. Aber alle blieben cool, locker und freuten sich, dass sie nicht irgendwo in den Bergen biwakieren mussten, sondern es doch noch vor 23 Uhr bis zur Hütte geschafft hatten. Wir saßen im selben Boot.

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Warum tut man sich sowas als Lehrer an? Warum zur Hölle schleppt man 15 Teenager, deren Hauptproblem im Alltag oft die Frisur ist, über die Alpen? Nun, man muss ein bisschen eine „Macke“ haben, aber das ist nicht der Hauptgrund. Der Hauptgrund ist der, dass die Freude und der Stolz der Schüler über Geleistetes ganz schnell die Frisur vergessen lässt und neue Erfahrungen gemacht werden. Als Lehrer Teil dieser Horizonterweiterung zu sein, klappt im Klassenzimmer leider äußerst selten. Deshalb haben wir es in den Alpen probiert.

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Natürlich wurden im Voraus alle ausgiebig auf die Tour vorbereitet. Es gab einen Trainingsplan, gemeinsame mehr oder weniger fiese Trainingseinheiten inkl. einem Fitnesstest, viele theoretische Workshops zum Thema Kartenlesen und natürlich viele Fragestunden und, und, und… . Dennoch war manch einer sicherlich überrascht, und vielleicht auch erstmal überfordert, als er die unendliche Weite der Berge sah. Heimlich fragte sich der ein oder andere eventuell sogar, ob das jetzt „Zschockis“ Ernst sei. Umso stolzer macht es uns Lehrer, wie stark sich die Schüler durch“geboxt“ haben. Es gab NIE Gemaule (fluchen über Blasen, nicht schmeckende oder gar aufgegessene Riegel oder auch sinnlose Konversationen der Vorder-und/oder Hintermänner zählen hier nicht). Oftmals blieben wir Lehrer stehen und genossen den Anblick der „watschelnden Entenreihe“. „Schau mal, die laufen einfach“ hieß es dann.

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Im Gänsemarsch bergauf und bergab

Die ganze Tour ist zu einem „geschmeidigen“ Selbstläufer geworden, denn wir haben uns als Team durch die Berge gezogen und uns gegenseitig meist gar nicht erst in persönliche, mentale Täler laufen lassen. Wir stapften durch Wiesen, Geröll, Schnee, über unzählige kleine Brücken (hat sie jemand gezählt?), vorbei an Bächen, Flüssen und Wasserfällen und über mächtige Gipfel dem gemeinsamen Ziel Meran entgegen.

IMG_9153Und so wirklich hat nie jemand in Frage gestellt (nicht anwesende Lehrer oder Eltern zählen nicht), ob wirklich alle ankommen werden. Es war schnell klar, dass wir auch unsere arg lädierte Jule bis nach Meran bringen werden (und wenn wir sie uns abwechselnd über die Schultern geschmissen hätten).

IMG_8771Für uns Lehrer war das Projekt eine Premiere. Und was sollen wir sagen? Es war eine mächtige Geschichte. Jeder von uns 19 Teilnehmern wird immer mal wieder an diese wunderschöne Woche denken, denn Sie hat ganz bestimmt in jedem Einzelnem von uns ein bisschen was verändert. Wir haben gelacht, gekämpft, den Berg auch mal angeschrien (leider wird er dadurch nicht weniger steil), sind tausende Schritte gemeinsam gelaufen und haben gemeinsam und wie selbstverständlich Meran erreicht. Leute, lasst euch eins sagen: Selbstverständlich war daran gar nichts. Aber die Vorbereitung und die überragenden Schüler haben es möglich gemacht, das Ganze doch zu einer Selbstverständlichkeit werden zu lassen. Danke auch von Lehrerseite für diese überragende Woche. Ihr wart ein megastarke und einzigartigeTruppe!!!!!! 15 Schüler, 4 Lehrer…bad ass!!!!!

Ein Riesendank hier nochmal an unserer Unterstützer!!!!!

Hier noch ein paar erste Eindrücke:

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Abschlussessen

Nochmal Pizza essen? NEIN, ist uns zu langweilig. Deswegen haben wir uns kurzerhand auf den Weg zum „Spar“ gemacht, um unser eingenes kleines Buffet einzukaufen.

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Die Reste werden morgen auf unserer Heimfahrt verputzt.

Um 8.00Uhr fährt unser Fernbus von Meran nach München ab. Ab dort geht es, wie bei der Anreise, mit dem Zug zurück nach Bayreuth.